30.06.2011
Google+

Keine große Analyse von Google Plus an dieser Stelle, die findet man ja sonst überall. Nur kurz zwei Punkte, die mir aufgefallen sind, die ich aber sonst nirgends gelesen habe.
- GooglePlus ist nicht nur ein Angriff auf Facebook, sondern auch auf Twitter. Nicht in vollem Umfang, aber in der Kernkompetenz: das Followen. Als ich zum Beispiel auf das Google-Profil von René kam, fielen mir automatisch mehrere Menschen auf, denen ich folgen wollte – und das auch ohne weitere Probleme konnte. Klar, ich bin nicht in deren Circle of Trusts, auch sonst erreicht mich vermutlich nur ein Bruchteil der geposteten Beiträge, aber das ist nicht der Punkt. Wichtiger ist, dass man urplötzlich an Konversationen teilnehmen kann, zu denen man sonst keinen Zugang hätte, einfach dadurch, dass man Kreisen zugeordnet wird. Bei Twitter findet das ja nur sehr müh- und sparsam statt, aber bei Google+ geht das locker über die Bühne, weil man sich in einem Nachrichtenstrom befindet, der nicht begrenzt ist (durch 140 Zeichen, durch die unbedingte Chronologie etc.). Und ja, im ersten Moment ist das ein riesiger Schritt nach vorne und eleganter gelöst als bei Twitter. _yeahsara hat das treffend formuliert:
- Bei Scripting steht, der Fehler von Google+ sei, dass die Macher auf der Unternehmensseite stehen und deswegen nicht mehr das Feuer dafür hätten, ein System von der Piké auf so zu gestalten, dass es genuin nutzerorientiert sein könne. Auch wenn ich seinem letzten Beitrag Recht gebe, diese Behauptung leuchtet mir nicht ein. Wenn man davon ausgeht, dass alle, die bei Google Plus mitgearbeitet haben, ebenfalls bei Facebook angemeldet waren, dann sind das ganz normale User aka genau die Menschen, die ohnehin dauernd hinterfragt haben, was sie an Facebook stört. So wie ich und ihr wahrscheinlich auch. Wie unglaublich nervig das war, als jeder Kommentar extra angezeigt wurde. Gibt es nicht mehr. Nennt sich Feedback und kommt von den Nutzern. Man macht sich ja nonstop Gedanken darüber, was genau Facebook noch besser machen würde. Zack, die Idee: Private Freundeskreise. Dazu noch ein paar Ideen, wie man das gerne gesehen hätte, so für sich genommen und schon hat man eine Option, mit der man umgehen kann. Darum auch die Begeisterungsstürme. Ich sehe also auf keinem Auge, warum in aller Welt der Erfindergeist verloren gehen sollte, nur weil man etwas von vornherein als Projekt aufziehen will.

Bei dem zweiten Punkt musste ich fast in Lachen ausbrechen. Facebook steht auch schon sehr lange nicht mehr auf der User-Seite. Das kann also kein Kriterium für die Qualität von Google+ sein. Viel mehr interessiert mich der Datenschutz und Google ist da einfach nicht besser als Facebook.
Ja, das habe ich auch nicht geschrieben. Die Behauptung war, dass ein paar Leute aus dem Nichts heraus, nur mit Elan ausgestattet, eine Hammeridee raushauen. Mein Gegenargument, dass das kein Kriterium ist, weil – ach, steht ja alles rechts.
For the record: +1, dass Sixtus eine ähnliche Sicht hat: